Siegen. Am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Siegen stand der diesjährige Europatag ganz im Zeichen internationaler Partnerschaften, demokratischer Prozesse und globaler Verantwortung. Als zertifizierte Europaschule gestaltete die Schule ein vielfältiges Programm, das die Bedeutung Europas im Alltag der Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll erlebbar machte.
Ein zentraler Baustein des Projekttages war die Informations- und Austauschveranstaltung zu Auslandspraktika in der Aula. In Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) erhielten die Lernenden Einblicke in Möglichkeiten von Praktika im Ausland. Vorgestellt wurden unter anderem Praktikumsziele in Irland (Dublin und Tralee), Spanien (Valencia und Logroño), Finnland (Kokkola) sowie Polen (Krakau). Erfahrungsberichte von Schülerinnen und Schülern ergänzten die Veranstaltung und gaben authentische Eindrücke internationaler Berufserfahrungen.
Im Planspiel „Wir gründen die EU neu“ des Unionslabors setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit politischen Entscheidungs- und Abstimmungsprozessen auseinander. Durch das eigenständige Aushandeln von Positionen und das Erleben demokratischer Verfahren wurde die Funktionsweise der Europäischen Union praxisnah vermittelt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die „Klimawelten“ aus Hilchenbach führten zwei Workshops durch, die die globale Textilproduktion in den Blick nahmen. Thematisiert wurden die gesamte Lieferkette – von der Baumwollproduktion bis zum fertigen Kleidungsstück – sowie die damit verbundenen Arbeitsbedingungen und Umweltschäden. In einem zweiten Workshop reflektierten die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Konsumverhalten und entwickelten Ansätze für einen nachhaltigeren Umgang mit Kleidung.
Ergänzend dazu bot ein weiteres Planspiel der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Zeitenwende“ den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, aktuelle europäische und internationale Herausforderungen aktiv nachzuvollziehen. In Form eines Rollenspiels simulierten die Teilnehmenden eine internationale Konferenz, übernahmen unterschiedliche politische Rollen und verhandelten gemeinsam über sicherheits- und außenpolitische Fragestellungen. Dadurch wurden komplexe Entscheidungsprozesse greifbar und die Bedeutung von Diplomatie, Kooperation und Kompromissfindung besonders deutlich.
Ergänzt wurde das Programm durch weitere Angebote wie Ausstellungen zur Europäischen Union, Quizformate sowie Projekte zur Förderung von Vielfalt und gegen Diskriminierung.