Nachrichten der Schule

Vom beschaulichen Siegerland quer durch Europa

Erstellt am Dienstag, 08. Dezember 2015

Schüler des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung absolvierten Betriebspraktika in England, Spanien und Finnland.

Siegen. Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Siegen waren in Europa unterwegs und absolvierten Betriebspraktika im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ in Valencia, London und dem finnischen Kokkola.

Schüler der Europaklasse der Höheren Handelsschule sammelten erste Berufserfahrungen in London. Nach einer Einführungswoche mit Sprachkurs stand in der zweiten und dritten Woche ein Praktikum in britischen Unternehmen an. Die Schüler arbeiteten für gemeinnützige Wohltätigkeitsverbände in charity-shops. Dabei bekamen die Schüler einen Einblick in den britischen Berufsalltag, mit teilweise langen Pendlerzeiten. Untergebracht waren die Schüler in Gastfamilien.

Concetta Granafe und Lara-Marie Dahm zog es ins spanische Valencia. Für Concetta Granafe gab es an der Rezeption eines Hotels viel zu tun. Vor allem der Kontakt mit den Gästen hat ihr sprachlich weitergeholfen. „Ich habe gemerkt, dass ich immer besser und sicherer wurde, auch wenn manchmal eine Formulierung fehlte.“ Lara Dahm war ganz begeistert von den Menschen in Valencia. „Alle sind offener und lockerer. Selbst auf der Arbeit“, erinnerte sie sich.

Lisa Pazzani, Auszubildende zur Industriekauffrau, arbeitete im finnischen Kokkola standesgemäß für einen Hersteller von Saunaöfen: „Ich habe dort nur Englisch gesprochen, das ist hilfreich für meine Arbeit in Deutschland. Mein Ausbildungsbetrieb ist im Export tätig.“

Das Förderprogramm Erasmus+ ermöglicht Schülern Aufenthalte in europäischen Ländern. Nach dem Betriebspraktikum erhalten alle Schüler ein in der ganzen EU gültiges Zertifikat, welches die Arbeitserfahrungen im Ausland dokumentiert. „Die Schüler können ihre erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen nachvollziehbar dokumentieren, Personalverantwortliche in Unternehmen können sich ein genaues Bild von den im Ausland erworbenen Fähigkeiten machen und deren Qualität besser einschätzen.”, so Patrick Helle, Koordinator der Europaschule.

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Sonnenuntergang an der Tower Bridge. Neben der Arbeit in charity-shops bot London den Schülern der Höheren Handelsschule viele Möglichkeiten. Foto: Berufskolleg.

 

Wozu braucht man eigentlich Geld?

Erstellt am Dienstag, 08. Dezember 2015

Expertenbesuch von der Sparkasse Siegen im Unterricht der Verwaltungsfachangestellten

Siegen. Wozu braucht man eigentlich Geld? Um es in Leben einzutauschen. Hans-Hartwig Jochum von der Sparkasse Siegen war im Rahmen des Planspiels Börse am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung zu Gast und besuchte den Unterricht der Verwaltungsfachangestellten, Schülern der höheren Handelsschule und des Wirtschaftsgymnasiums. Dabei ging es um ganz alltägliche Fragestellungen zum Thema Geld, vor allem aber um die richtige Anlagestrategie zum Vermögensaufbau. Die beste Mischung aus Rendite, Liquidität und Sicherheit gelte es dabei zu beachten. Die Schüler erfuhren, dass es unterschiedliche Anlagemöglichkeiten aus den Bereichen Zinsanlage, Aktien oder Immobilien gebe. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Aktie zu kaufen? Wie schütze ich mein Geld vor der Inflation und was muss man beim Immobilienkauf beachten? Viele Fragen, die nach dem Expertenbesuch beantwortet waren.

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Expertenbesuch von der Sparkasse Siegen. Hans-Hartwig Jochum brachte den Schülerinnen und Schülern das Thema Geld und Vermögensaufbau näher. Foto: Berufskolleg

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Erstellt am Dienstag, 08. Dezember 2015

Warum ist die Gurke weiblich, das Fräulein aber sächlich?

Siegen. „Wer sich das mit der deutschen Grammatik ausgedacht hat, hat Generationen von Migranten vor ein großes Problem gestellt.“ Der türkischstämmige Satiriker Osman Engin war zu Besuch am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in Siegen und spannte in seinen wunderbaren Kurzgeschichten einen weiten Bogen von den Fallstricken der deutschen Grammatik, der angeborenen Besinnlichkeit in der Weihnachtszeit bis hin zum Klapperstorch.

Für den Satiriker Osman Engin stellt die deutsche Sprache kein Problem dar, denn er spielt gekonnt mit Wörtern. Mit seiner kurzweiligen Lesung zog Engin 200 Schüler und Schülerinnen in der Aula des Berufskollegs in seinen Bann, die dem Autor ruhig und konzentriert zuhörten. Musa Grünewald, Lehrer für Interkulturelle Kompetenzen am Berufskolleg, konnte Engin über den Atatürkverein zu einer Lesung ans Berufskolleg holen, wodurch die Lesung für die Schüler kostenlos war. Serap Calik, die Vorsitzende des Vereins, freute sich über die Zusammenarbeit: „Das zeigt das Interesse an Interaktion zwischen unterschiedlichen Kulturen.“ Die Schüler lauschten Geschichten über die Verzweiflung beim Umgang mit der deutschen Sprache, über Vorurteile oder die Aufklärungsarbeit der kleinen Hatice beim eigenen Vater. Seit 1983 veröffentlicht Engin satirische Kurzgeschichten und schreibt mittlerweile am 16. Buch. Ausgezeichnet wurde er mit diversen Literaturpreisen und dem ARD-Medienpreis. Eine grammatische Regelung war für ihn allerdings logisch: „Dass die Beschimpfung weiblich sein muss, das leuchtet mir ein. Das kenne ich von zu Hause.“

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Eindrucksvolle Reise nach Ghana

Erstellt am Dienstag, 08. Dezember 2015

Schüler des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung besuchen eine Schule in Ashaiman nahe der Hafenstadt Tema.

Siegen. Mit acht Schülern des Wirtschaftsgymnasiums des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung machten sich die Lehrer Gerti Gleim und Adrian Haasner auf eine eindrucksvolle Reise nach Ghana. Seit 2008 unterstützt das Berufskolleg den „Wilhelm Educational Complex“, eine Schule in Ashaiman 30 km östlich von Accra mit Spenden. Bereits zum dritten Mal machte sich eine Reisegruppe vom Berufskolleg aus auf nach Ghana. Eine Reise, die die Schüler niemals vergessen werden.

Schwerpunkt der diesjährigen Reise war die Berufsorientierung für die Schüler des „Wilhelm Educational Complex“ (WEC). „Wir wollten vor allem technische Berufe vorstellen, weil sie dort nicht anerkannt sind. Dazu haben wir eine Infoveranstaltung durchgeführt mit ehemaligen Schülern und Lehrern vom „Don Bosco Technical Institut“ Ashaiman eingeladen“, berichtete Johanna Benedick. Zusätzlich wurde ein Fragebogen entwickelt und vor Ort Menschen zu ihren Berufen interviewt. „Das können die Schüler am WEC weiterführen und so eine Datensammlung über Berufe aufbauen“, ergänzte Balthasar Wied.

In Erinnerung blieben unterschiedliche Eindrücke, die sich durch den Umgang mit den Schülern und Menschen im Stadtviertel sowie auf Ausflügen in die Umgebung gebildet haben. Die Herzlichkeit der Menschen war für die Siegener Schüler beeindruckend. „Überall grüßt man sich, alle sind offener und freundlicher“, erinnerte sich Tamara Göbel. „Hier sind die Menschen oft schlecht gelaunt, obwohl wir alles haben. Fragt man die Menschen dort, ob sie glücklich sind, antworten sie, dass sie ihr Leben lieben“, wusste Johanna Benedick zu berichten. Andererseits war der Umgang mit Müll für die Schüler erschreckend. „Überall liegt Müll. Die Menschen leben darin, für sie ist das normal“, erinnerte sich Balthasar Wied.

Zunächst musste die Reise aber finanziert werden. „Engagement Global aus Düsseldorf konnte im Rahmen des „Konkreten Friedensdienstes des Landes NRW“ fast 800 Euro pro Schüler beisteuern“, so Lehrerin Gerti Gleim. Aber auch die Schüler waren aktiv. Sie verkauften jede Woche selbst gebackenen Kuchen an das Kollegium und sammelten Spenden. Unterstützt wurde die Reise im Vorfeld durch den heimischen Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein (CDU). „Über ihn konnten wir eine eindrucksvolle Betriebsbesichtigung bei „Blue Skies“ einem der größten Industrieunternehmens Ghanas durchführen und fanden Kontakt zur „Deutsch Schweizer Internationalen Schule““, so Gleim.

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Die Siegener Schüler halfen im Unterricht, betreuten und spielten mit den Kindern im Wilhelm Educational Complex. Foto: Berufskolleg.

 

Eingreifen. Nicht wegschauen!

Erstellt am Freitag, 04. Dezember 2015

Siegen. Julia Beierbach und Maria Eichmann erlebten wie ein Pizzabote von vier Jugendlichen verprügelt wurde. Statt wegzuschauen und vorbeizulaufen, griffen die beiden beherzt ein und halfen dem blutenden Pizzaboten. „Wir sind dazwischen und haben die Schläger weggezerrt. Die sind dann abgehauen, aber die Polizei hat die Täter gefasst“, so Maria Eichmann. Schulleiter Karl-Heinz Bremer ehrte Maria Eichmann und Julia Beierbach für die Zivilcourage: “Ein großes Kompliment für ihr mutiges Eingreifen. Das möchten wir als Schule würdigen.” Für die Rettungstat wurden sie schon von der Polizeibehörde zu Helden des Alltags erklärt. Maria Eichmann absolviert derzeit eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation, Julia Beierbach ist eine ehemalige Schülerin des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung.

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Schulleiter Karl-Heinz Bremer ehrt Maria Eichmann (links) und Julia Beierbach für ihr beherztes Eingreifen und die Zivilcourage. Foto: Berufskolleg.

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