Reise mit bleibenden Eindrücken nach Ghana

Erstellt am Donnerstag, 09. Januar 2020

Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung leisten Hilfe zur Selbsthilfe an Partnerschule.

Siegen. Mit vier Schülern und fünf Schülerinnen des Wirtschaftsgymnasiums des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung machten sich die Lehrerin Gerti Gleim und Ursula Metz-Stoltefuß als pensionierte ehemalige Kollegin auf zu einer Projektreise nach Ghana. Seit 2008 unterstützt das Berufskolleg den „Wilhelm Educational Complex“, eine Schule in Ashaiman - Lebanon, 30 km östlich von Accra, der Hauptstadt Ghanas. Bereits zum siebten Mal reisten Schüler des Berufskollegs nach Ghana, um die Partnerschule zu besuchen und zu unterstützen. Ein tiefer Einblick in eine andere Kultur, den die Schüler niemals vergessen werden.

Mehr als drei Wochen verbrachte die Gruppe in der ghanaischen Schule, unter - nach westlichen Maßstäben - einfachsten Bedingungen. So tauschten einige von ihnen für den Zeitraum Bett gegen Moskitozelt und Isomatte; zudem war ein sparsamer Umgang mit Wasser, welches aus einem Tank auf dem Dach bezogen wurde, nötig. Ein Bett und fließendes Wasser – das sehen wir in unserer Wohlstandsgesellschaft als selbstverständlich an. „So eine Reise verändert das eigene Verhalten und das Verständnis für die Welt“, war das Fazit der Schüler, die sich auf dieses Projekt eingelassen hatten. „Mein Konsumverhalten hat sich verändert. Die vollen Regale in den Geschäften haben mich beim ersten Einkauf überfordert“, so Aysel Leipold. Auch Isabelle Rödder bestätigte eine andere Denkweise: „Wir machen uns in Deutschland kaum Gedanken darüber, wie oft wir duschen, dass der Kühlschrank immer voll ist oder dass wir in einem gemütlichen Bett schlafen.“

Neben vielen Aktivitäten innerhalb der Schule standen in diesem Jahr zwei Projekte im Vordergrund. „Wir haben ein Zahnputzprojekt mit den Kindern im Kindergarten und den unteren Klassen durchgeführt“, erklärte Julia Schulina. Der weitere Schwerpunkt war die Umgestaltung des Computerraums. Er wurde neu gestrichen, die Computer neu verkabelt, mit neuen Programmen bestückt und ein Videokonferenzsystem eingerichtet. Die ghanaischen Schülerinnen und Schüler aus dem Werkunterricht haben für die Computer kleine Holzbänke gebaut, auf denen die Computer unter den Tischen neu positioniert werden konnten. Eine Zusammenarbeit, die durch unsere Einrichtung der Werkstatt vor zwei Jahren möglich war. Darüber hinaus wurden wieder viele Schulmaterialien, Werkzeug, Küchenutensilien, Bastelmaterialien etc. mitgenommen, denn die durch das Engagement des Berufskollegs eingerichtete und finanzierte Küche sowie der Werkraum mussten noch komplettiert werden.

Die Reise wurde größtenteils durch „Engagement Global“ (Düsseldorf) aus Mitteln des „Konkreter Friedensdienst NRW“ finanziert und somit auch erst ermöglicht. Aber auch die Schüler waren bezüglich der Finanzierung ihrer Reise aktiv. Im Laufe des vergangenen Schuljahres übernahmen sie das Catering bei verschiedenen Schulveranstaltungen, haben  zusammengetragene Gegenstände auf einem Flohmarkt verkauft und sammelten Spenden, um die Ghanareise zu ermöglichen.

In Erinnerung blieben vielfältige Eindrücke, die durch den Austausch mit den ghanaischen Schülern, Lehrern und Menschen im Stadtviertel sowie auf Ausflügen in die Umgebung gewonnen wurden. Vor allem die Lebensfreude der Ghanaer war für die Siegener Schüler beeindruckend. „Die Menschen hier haben alles und meckern doch. Die Menschen in Ghana haben nicht viel, ihre Fröhlichkeit ist aber beeindruckend“, erinnerte sich Felix Sonsalla.

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Das Zahnputzprojekt war ein Schwerpunkt der Reise nach Ghana.

Foto: Berufskolleg.

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Gemeinsame Spiele und Aktivitäten im engen Innenhof der Schule waren besonders beliebt.                                                                                Foto: Berufskolleg.

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