Nachrichten der Schule

Leitungswechsel am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung

Erstellt am Mittwoch, 17. Juli 2019

Siegen. Nach 11 Jahren als Schulleiter des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung tritt Oberstudiendirektor Karl Heinz Bremer in den Ruhestand und übergibt den Staffelstab an Bardo Nussbickel, der ab August die Geschicke der Schule leiten wird.

Unter der Leitung Bremers hat sich das Berufskolleg über die geographischen Grenzen hinweg geöffnet und den Schwerpunkt auf den Ausbau des Sprachenangebots und den interkulturellen Austausch gelegt. Mittlerweile unterhält das Berufskolleg mehrere Schulpartnerschaften im Ausland. Gemeinsam mit der IHK Siegen wurden die Zusatzqualifikationen Europakaufmann und Asienkaufmann etabliert. Das Berufskolleg ist als einzige Schule der Region als Europaschule zertifiziert.

Auf schwierige Situationen angesprochen, nennt Bremer die Flüchtlingskrise im Jahr 2015. „Das war eine Herausforderung. Mittlerweile läuft das in ruhigen Gewässern.“ Aus dieser Herausforderung ist die erfolgreiche Bewerbung um das Zertifikat „Schule ohne Rassismus“  und die Zusammenarbeit mit einer außergewöhnlichen Schulpatin entstanden. „Dass wir Elke Büdenbender, die Gattin unseres Bundespräsidenten, als Patin für dieses Projekt gewinnen konnten, war einer der beeindruckendsten Momente meiner Amtszeit“, so Bremer. Dankbar ist Bremer auch für die Zusammenarbeit mit der IHK Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein als Schulträger, beide Institutionen hätten die berufliche Bildung stets sehr gefördert.

Bardo Nussbickel wird ab August das Amt des Schulleiters übernehmen. Seit 1998 ist Nussbickel in verschiedenen Funktionen am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung tätig, seit 2012 als stellvertretender Schulleiter. Neben der Fortsetzung des eingeschlagenen Weges der Weltoffenheit, der beruflichen Handlungskompetenz und der sozialen Verantwortung wird die Digitalisierung einer der Schwerpunkte des neuen Schulleiters werden: „Insbesondere müssen wir der stattfindenden Transformation in der Berufswelt weiterhin Rechnung tragen. Die Vermittlung digitaler Schlüsselkompetenzen wird in Zukunft noch stärker im Fokus unserer Bildungsarbeit stehen.“ Erste Schritte sind eingeleitet. Ab dem kommenden Schuljahr wird das Modul I für den E-Commerce Manager/-in (IHK) in sieben verschiedenen Ausbildungsberufen in den Unterricht integriert.

Bremer Nussbickel

Karl Heinz Bremer übergibt die Schulleitung zum kommenden Schuljahr an Bardo Nussbickel. Foto: Berufskolleg.

„Jeder kann mit seinen Stammzellen Hoffnung auf ein neues Leben geben“

Erstellt am Mittwoch, 17. Juli 2019

Schüler des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung in Siegen organisieren Registrierungsaktion der DKMS

Siegen. Mund auf, Wattestäbchen rein und nach zwei Minuten ist alles vorbei. Ein paar Fragen beantworten und schon gehört man zu den potenziellen Stammzellspendern für die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) und kann eventuell Leben retten. Alle 16 Minuten erkrankt ein Mensch in Deutschland an Blutkrebs, jeder siebte Patient findet keinen passenden Spender.

Die Schwierigkeit bei der Suche nach einem passenden Spender liegt in der Vielzahl von unterschiedlichen Gewebemerkmalen. Um bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu helfen, fand am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in Siegen zum dritten Mal eine Registrierungsaktion für eine Stammzellspende statt. In einem Vortrag erklärte Simon Cavallo den Schülern vorab den Ablauf einer Spende und räumte dabei mit dem hartnäckigen Vorurteil auf, dass die Spende über das Rückenmark gewonnen werde. In 80% der Fälle wird die Stammzellspende dem Blut entnommen, die restlichen 20% werden dem Beckenkammknochen entnommen. So wie bei Evelyn Kerber. Bei ihr wurde die Spende unter Narkose dem Beckenkamm entnommen. „Der Eingriff ist nicht schlimm. Nach dem Aufwachen fühlt es sich an wie ein Tritt in den Hintern.“

Melissa Schmidt hat 2012 gespendet und einer Frau mit acht Enkeln das Leben gerettet. „Ich bin stolz darauf, dass diese Frau  wegen mir fünf Jahre länger gelebt hat.“ Organisator Martin Reschke vom Berufskolleg war zufrieden mit der Aktion: „Die Registrierungsaktion war wieder ein voller Erfolg, diesmal haben sich 95 Schüler registrieren lassen, mehr als beim letzten Mal.“

Wer sich auch als Lebensretter registrieren lassen möchte, der kann ein kostenloses Set zur Registrierung bei der DKMS unter www.dkms.de anfordern.

DKMS

Bildzeile: Melissa Schmidt (l.) und Evelyn Kerber gaben durch ihre Stammzellspende Hoffnung auf ein Überleben. Foto: Berufskolleg.

DKMS II

Lisa Neumann (l.) half bei der Registrierung mit und erklärte anderen Schülern wie es geht. Foto: Berufskolleg.

 

Azubis machen sich fit für internationales Umfeld

Erstellt am Mittwoch, 17. Juli 2019

Die Zusatzqualifikationen Asienkaufmann/-frau und Europakaufmann/-frau unterstützen die heimische Wirtschaft.

Siegen. In einer kleinen Feierstunde erhielten die Absolventen der Zusatzqualifikation Europakaufmann/-frau und Asienkaufmann/-frau am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung ihre Zertifikate.

Zwei Jahre drückten die Auszubildenden parallel zur Berufsausbildung die Schulbank und erwarben gezielte Sprachkenntnisse, exportbezogenes Fachwissen und Landeskunde. Jiana Yao-Schmidt ist zufrieden mit ihrem Abschluss und konnte die Kenntnisse auch schon anwenden: „Ich absolviere meine Ausbildung bei einem international tätigen Unternehmen. Im Bereich Beschaffung sind z. B. Zollkenntnisse wichtig.“

Seit 2009 bietet das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in Abstimmung mit der IHK die Zusatzqualifikationen „Europakaufmann/-frau“ und seit 2013 die Zusatzqualifikation „Asienkaufmann/-frau – Schwerpunkt China“ an, die sich mittlerweile fest etabliert haben. Für die Europakauffrau Christina Rettig eine hilfreiche Ergänzung zur Ausbildung: „Die sprachlichen Ergänzungen bringen mir viel, weil mein Ausbildungsbetrieb vor allem europaweit verkauft.“

Die Zusatzqualifikationen sind für zahlreiche Unternehmen in der Region von großem Nutzen. Mit einer Exportquote von ca. 50% ist das Siegerland international ausgerichtet, viele heimische Unternehmen haben Produktionsstätten oder Handelspartner im europäischen oder chinesischen Markt. Mit diesen in Siegen entwickelten Zusatzangeboten hat sich auch das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung, seit 2011 als Europaschule ausgezeichnet, ein Alleinstellungsmerkmal in der Region erarbeitet. Die Zusatzausbildungen richten sich an kaufmännische Auszubildende im Bereich der IHK Siegen. Anmeldeformulare für beide Zusatzqualifikationen sind unter www.berufskolleg-wirtschaft.de erhältlich.

Asien Europa

Gewappnet für den Export. Asien- und Europakaufleute erhielten nach zweijähriger Qualifikation ihre Zeugnisse. Foto: Berufskolleg

 

Planspiel FOM

Erstellt am Mittwoch, 17. Juli 2019

Siegen. „Es gibt kein Bier auf Hawai“, heißt es in einem bekannten Lied. Damit der worst case im Siegerland nicht eintritt, müssen die Beteiligten von der Brauerei, im Logistikzentrum, im Großhandel bis in den Einzelhandel die richtigen Entscheidungen treffen. Zum besseren Verständnis der Wertschöpfungskette entlang der „beerline“ war die FOM Siegen am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung zu Gast. Drei Berufsschulklassen mussten in Kleingruppen dafür sorgen, dass der Siegerländer nicht auf dem Trockenen sitzt. „Die Schüler sollen entlang der Wertschöpfungskette strategische Entscheidungen über die Bestellung und die Produktion treffen“, so Dr. Eberhard Boller, Fachlehrer am Berufskolleg. Dabei schlüpften die Schüler in die Rollen der Brauerei, des Verteilzentrums, des Großhandels oder des Einzelhandels. Dass das nicht immer so einfach ist, merkten die Schüler schnell, wenn es an einer Stelle aufgrund falscher Erwartungen zu Engpässen oder einem Überangebot kam, was schnell mit Kosten verbunden war. „Über das Planspiel und den Einsatz digitaler Medien können mittels der Gamification spielerisch komplexe Zusammenhänge erschlossen werden. Die Wertschöpfungskette findet in der Realität international statt und die Beteiligten müssen über große Distanzen Entscheidungen treffen,“ erläutert Prof. Dr. Thomas Heupel von der FOM. Neben dem spielerischen Lernen und dem Einsatz digitaler Medien ist für den Berufsschullehrer Dr. Eberhard Boller ein zweiter Aspekt wichtig: „Wir möchten mit Hilfe unseres Kooperationspartners FOM die angehenden Industrie- und Bankkaufleute in den Kontakt mit Wissenschaft und Weiterbildung bringen. Denn lebenslanges Lernen wird für die heutigen Berufsschüler bei den künftigen Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz im Zeitalter von Big Data von existenzieller Bedeutung für die Arbeitnehmer von morgen.“

FOM

Prof. Dr. Thomas Heupel von der FOM und Berufsschullehrer Dr. Eberhard Boller standen den Kleingruppen mit Tipps und Erklärungen zur Seite. Foto: Berufskolleg.

FOM III

Schnell die neuen Daten fotografieren und in der Kleingruppe neue Entscheidungen treffen. Foto: Berufskolleg.

Viel mehr als Zahlen aus dem Geschichtsbuch

Erstellt am Mittwoch, 17. Juli 2019

Schüler des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Siegen besuchten Kriegsgräberstätte

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Es ist heutzutage nicht leicht, die Geschehnisse und das Ausmaß des Zweiten Weltkrieges zu verstehen. Für viele gerade junge Menschen sind es oft nur noch Zahlen und Fakten aus dem Geschichtsbuch. Um sich jedoch das Ausmaß und die Schrecken dieses Weltkrieges bewusst zu machen, lädt Landrat Andreas Müller, der auch Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist, regelmäßig junge Menschen zu Studienfahrten ein. So fand im Juni eine Studienfahrt zur Kriegsgräberstätte nach Ysselsteyn in den Niederlanden statt. Dort wurden auf einem parkähnlichen Gelände mehr als 31.000 deutsche Kriegstote des Zweiten Weltkrieges bestattet. Unzählige Grabkreuze zeugen bis heute davon.

Rund 30 Berufsschüler des Ausbildungsberufes Verwaltungsfachangestellter am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung hatten sich zusammen mit ihren Lehrern Antje Schneyer und Dr. Marco Rehm sowie dem Geschäftsführer des Kreisverbandes Ingolf Jost aufgemacht, diesen Ort des Gedenkens zu besuchen.

Ysselsteyn liegt etwa drei Autostunden von Siegen entfernt, direkt hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Wenige Kilometer südwestlich von Venray, einer Gemeinde mit rund 40.000 Einwohnern in der Provinz Limburg, wurde die mit 30 Hektar flächenmäßig größte Kriegsgräberstätte der Welt nach dem Krieg errichtet. Auf ihr ruhen alle im Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden gefallenen deutschen Kriegstoten.

Dass jeder von ihnen ein Mensch mit Biographie, Familie, Träumen oder Berufswünschen war, das wurde den Teilnehmern in einem Workshop deutlich, der von der Jugendbildungsstätte des Volksbundes angeboten wurde. Sie liegt direkt neben der Gedenkstätte.

Hier konnten die Teilnehmer anhand von historischen Dokumenten, Briefen, Tagebüchern und Bildern das Schicksal von neun der mehr als 31.000 Kriegstoten kennen lernen. Nachdem diese von kleinen Arbeitsgruppen zu Kurzbiographien zusammengefasst worden waren, begaben sich die Schüler auf den Friedhof, um die einzelnen Gräber dieser Menschen aufzusuchen. Hilfreich war hier ein Lageplan, der die Suche unter den vielen Grabkreuzen vereinfachte. Dort angekommen, stellten die Gruppen dann die einzelnen Biographien vor.

Besonders bewegend war für viele beispielsweise das Schicksal von Anneliese Lehmann. Sie war als Zivilangestellte während des Zweiten Weltkrieges auf dem Flugplatz Stendal angestellt. Ihr Verlobter war als Soldat eingezogen worden.

Bei einer Zugfahrt in den Heimaturlaub nach Deutschland wurde sie Opfer eines Bombenangriffs am 8. April 1945, also kurz vor Ende des Krieges. Sie verlor mit 25 Jahren ihr Leben. Ihr Verlobter erfuhr nie vom Tod seiner Liebsten. Er galt kurz danach als vermisst.

Den Abschluss des Studientages bildete eine Austauschrunde, in der Eindrücke und Erkenntnisse gesammelt wurden. Viele Schüler berichteten davon, dass der Zweite Weltkrieg für sie nunmehr ein „Gesicht“ bekommen habe. Andere waren auf Grabkreuze von Menschen aufmerksam geworden, die kaum älter oder sogar noch jünger waren, als sie selbst und deren Leben aufgrund eines sinnlosen Krieges gewaltsam beendet wurde. Manch einer hatte sogar Kindergräber entdeckt.

Auch Ingolf Jost, Geschäftsführer des Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein zeigte sich erneut tief bewegt von dem mahnenden Charakter der Kriegsgräberstätte. Aber er freue sich auch, so Jost weiter, dass mit diesem Studientag junge Menschen entdeckt hätten, wo ein solch sinnloser Krieg endet. Und er ermutigte die Teilnehmer abschließend, sich für das kostbare Gut von Frieden und Demokratie einzusetzen.

Bilderunterschrift: Die Schülerinnen und Schüler wurden von Tarcia Vogt, der Leiterin der Jugendbildungsstätte, über die Kriegsgräberstätte geführt.

 

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